Empfehlungen

Bei der Gewinnung und Verwendung von Pflanzgut einheimischer Arten ist das Ziel die biologische und genetische Vielfalt der natürlichen Flora zu erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, sind bei der Sammlung und der Vermehrung auf verschiedene Punkte zu achten. Die ausführlichen Informationen zum Sammeln, Vermehren und zu den biogeographischen Regionen finden Sie in den Empfehlungen.

Sammeln von Wildpflanzensaatgut in natürlichen Lebensräumen
Nach gründlicher Recherche des Sammelstandortes und sichere Bestimmung der Art in Blütenzustand sollten rund 50-200 möglichst unterschiedliche Individuen besammelt werden. Bei grossen Populationen sollten es mindestens 200-500 Individuen sein. Um den Fortbestand nicht zu gefährden, sind nicht mehr als 20 % vorhandenen Samen zu ernten. Sämtliche Felddaten werden anschliessend genau dokumentiert: Koordinaten, ökologische Bedingungen, Exposition, Höhe über Meer, besammelte Art und Angaben zum Bestand der besammelten Art.

Die Vermehrung des Wildpflanzensaatguts
Die einzelnen Sammlungen werden getrennt vermehrt und sind von anderen Sammlungen der gleichen Art zu isolieren. Die ökologischen Bedingungen der Kultur sind denen der natürlichen so nah als nur möglich zu gestalten. Während der Kultur soll keine künstliche Gartenselektion (e.g. nach Kräftigkeit, Schönheit) erfolgen. Kulturen regelmässig zu erneuern.

Nutzung des (vermehrten) Wildpflanzensaatguts
Das verwendete Pflanzgut soll aus der gleichen biogeographischen Region und gleicher Höhelange stammen wie das gesammelte resp. vermehrte Wildpflanzensaatgut. Dabei müssen die ökologischen Anforderungen der Arten mit denen der zu begrünenden Fläche übereinstimmen, um den gewünschten Begrünungserfolg zu verzeichnen.